Gemeinsam die Melodie Gottes unterscheiden

Generalkapitel der Kleinen Schwestern in Jouarre

In der Benediktinerinnenabtei Jouarre (Frankreich) trafen sich vom 1.-25. Augsut siebzehn Kleine Schwestern zum Generalkapitel der Kongregation. Alle sechs Jahre findet ein solches Treffen statt, das von allen Kleinen Schwestern gemeinsam in einem langen Prozess vorbereitet wird. Die delegierten Schwestern haben die Aufgabe, Orientierungen für die kommenden Jahre festzulegen, grundlegende Entscheidungen in wichtigen Fragen des Lebens der Kongregation zu treffen und das Generalrat zu wählen.

Als Verantwortliche wurden gewählt:
- Kl. Sr. Carla Pilotta (Italien), Generalverantwortliche
- Kl. Sr. Roswitha von Oppenkowski (Deutschland), erste Assistentin
- Kl. Sr. Armelle Vivier (Frankreich), zweite Assistentin

Der neue Generalrat: Kl. Sr. Armelle, Kl. Sr. Carla, Kl. Sr. Roswitha (v.l.n.r.)
Zunächst hörten wir auf das, was in den verschiedenen Fraternitäten gelebt wird. Danach haben wir die Grundordung zur Ausbildung aktualisiert für jene, die sich uns in ganz verschiedenen Kulturen als Kleine Schwestern anschliessen wollen. Außerdem haben wir einige Änderungen der Leitungsformen beschlossen, um die gemeinsame Verantwortung und die Beteiligung aller Kleinen Schwestern zu stärken.

"Unsere Sendung" war das Hauptthema des Kapitels. Lange haben wir uns über das ausgetauscht, was uns als Kleine Schwestern besondern am Herzen liegt, um unsere Sendung in der Welt von heute zu leben und um unser Charisma auf den Spuren von Charles de Foucauld und unseres Gründers René Voillaume lebendig zu halten.

Hier einige Auszüge aus dem Schlussdokument "Sendung - im Herzen unseres kontemplativen Ordenslebens":
Im Lichte der Herausforderungen der Welt von heute, der Grundlagen unseres Ordenslebens und unseres Charismas, haben wir unsere Sendung der Evangelisierung überdacht, so wie wir sie heute und in den kommenden Jahren leben wollen:
Die Kl.einen Schwestern beim Generalkapitel
Die heutigen Herausforderungen sind uns Anspruch, unsere Leidenschaft für Gott und unsere Leidenschaft für die Menschen zu erneuern. Wir erfahren uns herausgefordert von:
- dem Durst nach Innerlichkeit, der Suche nach Sinn und Werten, nach Hoffnung in einer Welt voller Hoffnungslosigkeit
- dem Graben zwischen Nord und Süd und den ungerechten Wirtschaftsstrukturen
- einem respektvollen Zusammenzuleben in unserer Verschiedenheit
- der Würde des Menschen
- der Bewahrung der Schöpfung.
Einige dieser Herausforderungen spüren wir hautnah in unserem Gemeinschaftsleben, in dem wir lernen müssen, uns in der Verschiedenheit unserer Charaktere, Altersstufen, Nationalitäten, Kulturen und Berufungen anzunehmen.

Wir fühlen uns berufen, das Geschenk der Quelle lebendigen Wassers (vgl. Joh.4), aus der wir selbst schöpfen, auch unseren Schwestern und Brüdern weiterzugeben, die nach dem Absoluten dürsten, nach Innerlichkeit, nach der Suche nach Gott. Es ist der Anruf, unserem kontemplativen Leben treu zu bleiben, es zu nähren und es anderen weiterzugeben.

Diese Sendung müssen wir im Geiste von Nazareth leben, in der Nähe und Solidarität mit den Menschen, zu denen wir gesandt sind, in der Einfachheit und Schlichtheit unseres Lebensstils.

Auf den Spuren der Propheten und Bruder Karls erinnern wir uns, dass wir keine schlafenden Wächter sein dürfen; wir wollen die prophetische Dimension unseres Ordenslebens bekräftigen: die Verkündigung der frohen Botschaft, aber auch den deutlichen Hinweis auf alles, was das Bild Gottes im Menschen und in der Schöpfung zerstört.

Wagen wir heute neue Wege, das Evangelium zu verkünden - mit dieser Einladung, neue Wege zu wagen, auch gewisse Risiken einzugehen, sind wir wieder in unsere Fraternitäten aufgebrochen.

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