| In der
Bibel ist öfter von einer Sabbatzeit die Rede. Gemeint ist damit
eine Zeit des Ausruhens, der Feier, der Sammlung "um Gott die Ehre zu geben".
Der Sabbat birgt auch den Aspekt der Befreiung, denn den Sklaven sollte
so eine Zeit der Erholung ermöglicht werden. Nicht zuletzt ist der Sabbat
eine von Gott gelebte und geschenkte Zeit: der siebte Schöpfungstag der
Sabbatruhe Gottes erzählt uns davon. Das Sabbatjahr lässt die Erde alle
sieben Jahre ruhen, was dennoch ohne Saat auf den Feldern wuchs, war Gabe
an die Armen. |
| ‚Erholung'‚ ‚Gott die Ehre geben' und ‚Aufmerksamkeit für die Armen', sind so drei Aspekte des Sabbatjahres, die auch mich in dieser Zeit geleitet haben. Denn ich hatte die Chance, so ein Jahr zwischen zwei mir anvertrauten "Missionen" zu leben. Das war wie ein offenes Fenster mit viel frischer Luft, das sich da auftat. |
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Erholung? An meiner Arbeitsstelle
im sozialen Zentrum unseres Wohnviertels, wo ich Französischkurse für Ausländer
gab, habe ich ein Sabbatjahr beantragt. Meine ehrenamtliche pastorale Arbeit
im Gefängnis habe ich in andere Hände gelegt. Nicht ganz einfach, denn ich mochte beides gerne. |
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| Aber zugleich war ich sehr froh, eine Zeit
des Studiums an der Hochschule der Jesuiten in Paris leben zu können, meinen
Glauben zu vertiefen, indem ich zu Beginn meines Sabbatjahres einige Kurse
in Exegese, Dogmatik und Fundamentaltheologie belegt habe. |
| Gott die Ehre geben? Die Fastenzeit
habe ich dann in einer Einsiedelei in der Nähe eines Zisterzienserklosters
leben können. Wir nennen das eine "Wüstenzeit". Das waren für mich Wochen,
die in mir den Wunsch gestärkt haben, wirklich jeden Tag aus Gottes Wort
heraus zu leben. |
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| Aufmerksamkeit für die Armen? Seit meinem Noviziat, das ich mit Schwestern aus Madagaskar gelebt habe, war in mir der Wunsch, ihr Land kennen zu lernen, lebendig. Nach 23 Jahren hat das nun Wirklichkeit werden können! Zugleich war das für mich die Entdeckung eines Entwicklungslandes und das lässt einen wirklich nicht unberührt! | ![]() |
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| Nicht
immer einfach zu sehen, dass Menschen dort einfach Hunger haben, den immensen
Graben zu sehen, der unsere Länder auf der nördlichen Erdhalbkugel von dieser
Realität trennt: das ist wie eine offene Wunde. Dennoch habe ich eine gehörige Lektion in Sachen Lebensmut und Lebensfreude bekommen. Und der in den Basisgemeinden der Hauptstadt so präsente Wunsch, das Evangelium zu verstehen und zu leben, hat mich erkennen lassen, dass der Reichtum der Menschen oft in einer wahren Solidarität untereinander besteht! Nun ist die Zeit für einen Neubeginn gekommen. In einer neuen Fraternität, mit einem neuen Auftrag in der Hochschulpastoral. Diese Sabbatzeit hat mich erfrischt und erneuert und lässt mich darauf vertrauen, dass Gott diese neuen Wege leitet, so wie er es in diesem Sabbatjahr getan hat. Kl Sr Marie Françoise Breaud |
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