Drei verschiedene Kontinente - sechs verschiedene Länder
Ein sehr internationales Noviziat hat begonnen

In dem kleinen Dorf Bonnefamille, etwa 30 km von Lyon (Frankreich) entfernt, haben sich die Türen des Noviziatshauses wieder geöffnet, um eine neue Gruppe von Novizinnen aufzunehmen. Sie kommen alle von weit her: aus dem Kongo, Honduras, Haiti und El Salvador. Die ersten Monate dienten zunächst dem Einleben, dem Erlernen der Sprache und dem Kennenlernen der Umgebung. Es war eine Zeit, um miteinander vertraut werden zu können und einander annehmen zu lernen. Schliesslich haben wir mit achttägigen Exerzitien diese besondere Etappe des Noviziates begonnen: diese Ausbildungszeit für das Ordensleben auf den Spuren von Charles de Foucauld.
Die Noviziatsausbildung besteht zunächst darin, dass wir einfach unser normales Lebens als Kleine Schwestern leben: die Arbeit, das Gebet, die mitmenschlichen Beziehungen und die Hingabe an die anderen. Wir leben aber auch in einer gewissen Zurückgezogenheit, die hilfreich ist für die Stille, das Gebet und das Studium. Diese Zeit wird uns geschenkt, um uns in der Liebe des Herrn zu verwurzeln und um uns wachsen zu lassen in der Liebe zueinander und in der Selbsterkenntnis. Sie dient dazu, all die verschiedenen Aspekte unserer Berufung zu entdecken und uns darauf vorzubereiten, diese zu leben. Die Sendung, die uns erwartet, ist so gross wie die Welt und diese wartet darauf.
Die Gruppe der Novizinnen: Iris (Honduras), Milourde (Haiti), Vanessa (El Salvador) und Evelyne (Kongo)


"Ich heisse Milourde Cherenfant, komme aus Haiti und bin 27 jahre alt. Es gibt nichts Schöneres, als sein Leben herzuschenken, um Christus zu folgen und den anderen zu dienen. Ich fühle mich angezogen von Jesus, der sein Leben für alle gegeben hat, insbesondere für die Armen, am Rande Stehenden und Unterdrückten. So möchte ich IHM folgen in der Familie der Kleinen Schwestern vom Evangelium."

"Ich heisse Iris und komme aus Honduras. Seit Februar 2006 lebe ich in Frankreich, um hier die Noviziatsausbildung in der Gemeinschaft der Kleinen Schwestern vom Evangelium von Charles de Foucauld zu machen. Es gibt viele Dinge in dieser Gemeinschaft, die mich motiviert haben, diesen Weg zu beginnen:

  • Da ist zunächst das stille Gebet, das eine Herausforderung in unserer heutigen Welt ist, die von allen Sorten von Lärm überschwemmt wird und dabei die Existenz Gottes vergisst. ER ist Liebe und liebt in der Stille, der Einsamkeit und Zurückgezogenehit.
  • Er ist gegenwärtig in den Armen, die Jesus besonders geliebt hat. Er ist gegenwärtig in jenen, die das geringste Ansehen in der Gesellschaft haben, und in den Schwächsten. Mit ihnen teilen wir soweit möglich ihr Leben, ihre Probleme, ihre Nöte, ihre Herausforderungen und das ausgebeutet-werden. Durch die einfache Arbeit, die der eines jeden einfachen Arbeiters in meinem geliebten Lateinamerika gleicht, geben sich die Kleinen Schwestern in das Leiden meines Volkes hinein. Und so geben sie ihm neuen Mut und helfen ihm im Einsatz für ein würdigeres, menschlicheres Leben als Söhne und Töchter Gottes. Wer in dieser Zeit Ordensfrau sein will, muss gegen den Strom schwimmen. Aber es lohnt sich, alles für die Sache Jesu zu riskieren, für Sein Reich und seine geliebten 'Armen'. "
Die Novizinnen bei der Arbeit im Garten der Fraternität
"Ich heisse Vanesse Lopez, bin 24 Jahre alt und komme aus El Salvador. Ich möchte euch ein bisschen Anteil geben an dem, was wir in dieser Zeit der Gnade leben. Wir versuchen, sie in der grösstmöglichen Verfügbarkeit und inneren Stille zu leben, um die Stimme Gottes hören und seinen Willen für unser Leben erkennen zu können.
Mit den zwei kleinen Schwestern, die uns begleiten, und uns vier Novizinnen sind wir sechs verschiedene Nationalitäten - eine Schule des interkulturellen Zusammenlebens! Wir lernen voneinander und erfahren darin das Wirken des heiligen Geistes, der seine Kinder in der Liebe vereint. Dies öffnet uns auch den Horizont für die Mission in aller Welt und die Art und Weise, diese nach dem Charisma der Kleinen Schwestern vom Evangelium zu leben. Unser Leben ist geprägt von der einfachen Arbeit, dem Gebetsleben, der Ausbildung und Vertiefung unserer Berufung sowie dem freundschaftlichem Miteinander mit den Menschen unserer Umgebung. Wir wollen das Evangelium aufscheinen lassen auf diesem Wegabschnitt, der zum Weg ins Ordenslebens dazugehört."

Evelyne: "Für mich ist unser Gemeinschaftsleben von Schwestern aus sechs verschiedenen Nationalitäten in sich sehr reich, wenn wir es nach der Art und Weise Jesu leben, im Gebet und der gegenseitigen Achtung. Wir haben einander nicht ausgesucht um zusammenzuleben; es ist Christus, der uns zusammenführt: Unser Gemeinschaftsleben ist eine Gabe Gottes. Wir lernen, einander Schwestern zu werden: ich liebe meine Mitschwestern so wie sie sind, und wir bilden eine neue Familie. Ich verstehe mich gut mit ihnen und empfinde das Bedürfnis, mit ihnen zu teilen, was mich beschäftigt. Ich mag unsere Gemeinschaft sehr und fühle mich zu Hause. Im Zentrum unserer Gemeinschaft steht Christus und jede einzelne trägt ihren Teil zum Aufbau der Gemeinschaft bei. Das ist nicht jeden Tag einfach. Im alltäglichen Zusammenleben muss sich jede selbst zurücknehmen, lernen wir, einander zu verzeihen, Versöhnung zu leben. Es macht Freude, zusammen zu sein."

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