Im Blick auf Jesus Christus,
den "so sehr geliebten Herrn und Bruder"

Kapelle in Salapoumbe/Kamerun

"Ich habe Durst nach dir, Herr, Durst nach deinem Leben. Im Laufe der Jahre hast du mir beigebracht, dass dein Wort mich in dem Maße nährt und sättigt, wie ich es weitergebe, dass es meinen Durst stillt, wenn andere Dürstende kommen und auch trinken.

Es sind meine Brüder und Schwestern in der Menschheitsfamilie, meine Lehrer in der Großzügigkeit, im Vertrauen und auch in der Demut, die es mir ermöglichen, ganz von dir her zu leben. Und wenn mein Herz nicht arm genug war, um dich aufzunehmen, Herr, so mögen diese Armen, die ich so unvollkommen geliebt habe und denen ich so wenig auf dieser Erde gedient habe, so mögen sie mich an die Hand nehmen und mich eines Tages in deine Gegenwart führen."

Wir erfahren uns eingeladen zu einer freundschaftlichen Beziehung zu Jesus Christus, zum vertrauten Umgang mit ihm, der für uns in der Menschwerdung sowie im Geheimnis von Tod und Auferstehung Weg zu Gott ist. Die Betrachtung des Wortes Gottes, die eucharistische Feier und Anbetung, der schwesterliche Austausch im Glauben, regelmäßige Wüstenzeiten und Einkehrtage sowie die Stille helfen uns, in dieser innigen Beziehung zu Jesus Christus zu wachsen. Der Raum, den wir in unseren Wohnungen als Kapelle eingerichtet haben, ist dafür ein Zeichen: Alltag und Gebet durchdringen sich gegenseitig. So reift in uns langsam ein kontemplativer Blick auf die Welt, die Gott liebt und in der wir leben.

Die Kapelle in der Mietwohnung der Schwestern in Mulhouse Die Kleinen Schwestern bewohnen eine Mietwohnung in einer Vorstadt von Paris: "Trotz aller Diskretion erkennt man sie an ihrem Gebetsleben. Die Wände sind dünn hier. Also hören die Nachbarn, wie sie Laudes, das Mittagsgebet, die Vesper und die Komplet singen. 'Das beruhigt uns', sagen sie. Während der Gebetszeiten werden die
Schwestern oft von der Technomusik von einem Stockwerk höher übertönt. 'Wir tauschen unsere Musik aus', sagt eine kleine Schwester lächelnd. Ein Austausch der anderen Art. Auch in ihrer Fraternität tauschen sie sich untereinander aus. Aber die letzten Worte, die in die Nacht dringen, sind jene von Charles de Foucauld: Mein Vater, ich überlasse mich dir."