Ordensleben mitten in der Welt

Um Jesu und seines Evangeliums willen
in der völligen Hingabe an die Liebe des Herrn
und um mein Leben ganz
in den Dienst der Evangelisierung und den Dienst
an meinen Schwestern und Brüder zu stellen
lege ich vor Gott die Gelübde
der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ab.

Kl.Sr. Sabrina bei ihren ewigen Gelübden


Die Wurzel des Ordenslebens liegt in der Hingabe des eigenen Lebens an Gott, den All-Einigen. Wir leben diese Hingabe mitten in der Welt, in schwesterlicher Gemeinschaft und enger Verbindung mit den Menschen unseres Umfeldes.
Die verschiedenen Etappen der Ausbildung ermöglichen, in diese Form eines kontemplativ-missionarischen Ordenslebens hineinzuwachsen:
Dem einjährigen Postulat gehen Besuche und Zeiten des Mitlebens voraus, die ein gegenseitiges Kennenlernen ermöglichen. Ein zweijähriges Noviziat hilft, die Spiritualität zu vertiefen und das Leben in internationaler Gemeinschaft einzuüben. Nach den zeitlichen Gelübden, die sich auf zweimal drei Jahre erstrecken, bindet die Kleine Schwester ihr Leben definitiv an Gott in der Gemeinschaft der Kleinen Schwestern vom Evangelium.


Junge Kandidatinnent in Madagaskar
Postulatsfraternität in El Salvador

 

"Das erste Jahr meines Postulates ist fast zu Ende, und bevor ich ins Noviziat aufbreche, möchte ich euch ein bisschen von den Erfahrungen dieses Jahres erzählen. Es war eine Gnade, dieses Jahr in der Gemeinschaft der Schwestern hier leben zu können. Ohne das Gemeinschaftsleben idealisieren zu wollen: oft war es das Zeugnis der anderen, das mich das Leben als Kleine Schwester vom Evangelium in all seinem Reichtum entdecken ließ. Ich denke an den Austausch am Abend, beim Essen, als wir uns von den Erfahrungen des Tages erzählten; an die Spaziergänge mit der ein oder anderen; an persönliche Gespräche. Durch das Zeugnis der anderen habe ich die vielfältigen Aspekte des Lebens in unserer Gemeinschaft tiefer entdeckt: ein kontemplativer Blick auf die Welt und die Menschen, die Grundhaltung der Offenheit und Aufmerksamkeit, Gebet und Anbetung, das Lesen und Wiederlesen des Evangeliums, die Nähe zu den Armen, die Evangelisierung, die Einfachheit im Lebensstil, das Gemeinschaftsleben... Immer mehr erfahre ich mich eingeladen, dieses Leben zu meinem eigenen zu machen, es im Gehen dieses Weges tiefer zu entdecken. "