Fraternität von New York (USA)
Abraham House: Ein Haus für alle,
die auf dem Weg zur Freiheit sind

Seit 1972 gibt es eine Fraternität in New York. Wir haben damit begonnen, in verschiedenen ärmeren Vierteln von New York heimisch zu werden. Wir haben dort Arbeit gesucht in einer Fabrik oder in verschiedenen Einrichtungen, wie z.B. in einem Zentrum für Drogenabhängige.
Peter, ein Freund von uns, wurde gebeten, die Stelle des Gefängnispfarrers im Zentralgefängnis von Rikers Island mitten in New York, zu übernehmen. In dieser riesigen Haftanstalt findet man vor allem schwarze und lateinamerikanische Häftlinge.
Weil dort noch weitere Gefängnisseelsorger gebraucht wurden, gab das Bistum Kleiner Schwester Simone die Möglichkeit, dort zunächst ehrenamtlich und dann auch viele Jahre hindurch hauptamtlich zu arbeiten.
So wurde das Gefängnis der Ort, an dem wir in New York heimisch wurden. Langsam wuchsen wir mit den Gefangenen und Peter zu einer christlichen Gemeinde zusammen.
Kl. Sr. Simone bei einem ihrer Besuche im Gefängnis
Die persönlichen Kontakte und Gespräche spielen eine wichtige Rolle, ebenso aber auch die Gebetskreise, die sich gebildet haben, die wöchentlichen Eucharistiefeiern und sogar die Besinnungstage mit den Gefangenen und ihren Familien, Kinder inbegriffen.

Es bedurfte einer langen Zeit der Reifung und der Vorbereitung, bis wir mit dem Projekt des „Abraham House" beginnen konnten: einem Haus, in das wir Menschen, die aus dem Gefängnis entlassen werden, aufnehmen können. Zum Haus gehört auch eine wunderschöne Kapelle, die in Eigenarbeit von den ehemaligen Gefangenen gestaltet wurde.
Bald zogen neue Bewohner im Abraham House ein. Auf den Wunsch der Anwälte hin waren manche Richter bereit, Angeklagten eine Chance zu geben und sie in das Abraham House statt ins Gefängnis zu schicken. All dies erfordert allerdings viele Kontakt mit den Anwälten und Richtern und vor allem viel Zeit in den Gerichten, die Simone regelmäßig aufsucht.

Immer häufiger kommen auch die Familien der Gefangenen ins Abraham House, um Hilfe und Unterstützung zu suchen. Viele spanischsprachige Familien sprechen kein Englisch, haben keine gültigen Papiere und sind im amerikanischen Rechtssystem vollkommen verloren. Für sie ist es wichtig, dass man ihnen zuhört, ohne sie zu verurteilen. Die Tatsache, dass wir das Gefängnis von innen kennen, hilft uns, vieles zu verstehen.

 

Ausführlicher Bericht (Word-Format)

 


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