Ferien einmal anders:
Solidarische Sommerferien mit Romafamilien

In Zusammenarbeit mit den Kleinen Schwestern vom Evangelium in Pierrefitte lud die Caritas der Diözese Seine-Saint Denis (bei Paris) junge Erwachsene diesen Sommer zu "solidarischen Ferien" ein. Während der Sommerferien fanden sich drei Gruppen mit insgesamt 15 jungen Erwachsenen zu diesen ganz anderen Sommerferien zusammen. Christelle, eine der Teilnehmerinnen, erzählt von ihren Erfahrungen:

Mit Mitarbeitern der Caritas und fünf anderen Freiwilligen gingen wir in Seine Saint Denis auf "Entdeckungsreise" zu den Romafamilien und ihrer jeweiligen Kultur. Hinter dem Wort "Roma" verbergen sich ganz verschiedenen Kulturen.

Die Familien, denen wir begegnet sind, kamen überwiegend aus Rumänien und sind sesshaft. Das war die erste Überraschung: Nicht alle Roma ziehen im Wohnwagen umher. Die vier städtischen Wiedereingliederungsprojekte, die wir kennerlernten, waren ebenfalls sehr unterschiedlich: Die Unterbringung reichte von alten Wohnwagen ohne Räder über Fertigbauten bis hin zu kleinen Bungalows.
Eher die Ausnahme: Romafamilien in einem der Projekte

Aber sie hatten alle eines gemeinsam - sie lagen in der Nähe von Müllkippen. Ratten sowie Raben waren immer in der Nähe.

Die Freiwilligen beim Spielen mit den Kindern
Die Kinder haben uns schnell aufgenommen: ein Ball und Zeit zum Spielen - und schon ging es los! Sie haben uns ganz natürlich in ihre Familien mitgenommen, um z.B. ihren Geburtstagskuchen mit uns zu teilen. Es waren auch verschiedene Aktivitäten mit den Jugendlichen und Erwachsenen vorgesehen, die eine gute Gelegenheit zum Austausch boten:

Ausflüge in einen Park, in ein Cafe und in die Gedenkstätte in Drancy [einer Gedenkstätte für die im 2. Weltkrieg deportierten Juden], und v.a. der Grill- und Kinoabend.

Mir bleiben sehr prägende Erinnerungen an diese Woche. Eine Familienmutter hat uns sofort auf einen Kaffee eingeladen, obwohl sie uns noch gar nicht kannte. Ihr Kind ist nierenkrank, seitdem es von einer Ratte gebissen worden war. Ihr tiefer Glaube hilft ihr, diese Prüfung - und so manch andere! - durchzustehen.

Ein kleines Mädchen, das oft mit mir schmusen wollte, schaute immer wieder auf mein Kreuz. Während sie die bunten Bilder von Jesus und der Taube anschaute, sagte sie auf einmal laut: "Choco!" Erst da entdeckten wir, dass sie sprechen kann!

Der Grillabend zum Abschluss der Woche hat einen ganz eigenen "Geschmack": den der Musik und des Tanzes, den der Freude darüber, zusammen zu sein.


Christelle mit einem jungen Romamädchen
 

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