Fraternität von Port-au-Prince (Haiti)
"Damit sie Leben in Fülle haben" (Joh. 10,10)

Seit etwa 15 Jahren leben wir am Rande der Hauptstadt Port-au-Prince, in einem Viertel, das vor etwa 25 Jahren entstanden ist. Anfangs waren wir erstaunt, uns inmitten einer so jungen Bevölkerung wieder zu finden. Es war nicht schwer, erste Kontakte zu knüpfen, und doch braucht es Zeit, um zu erahnen, was das Leben der Menschen hier ausmacht.
Viele Jugendliche wachsen auf der Strasse auf und leben dort. Wer hört ihnen zu im allgemeinen Kampf ums Überleben? Sie sind voller Hoffnungen, aber was können sie wirklich erwarten? Mit vorsichtigen Annäherungsversuchen von beiden Seiten haben wir unseren Weg begonnen.

Unsere sehr einfache Lebensweise verwundert viele, und sie sind erstaunt über diese Form von Ordensleben.
Kl.Sr. Chantal in der Schule der Pfarrgemeinde

Inzwischen hat sich um die Fraternität herum eine katholische Gemeinde sammeln können, die einen Ort der Begegnung bietet, der gottesdienstlichen Feier, aber auch einen Ort des gemeinsamen Lebens. Es ist uns wichtig, den Glauben der vielen jungen Menschen in ihrem konkreten Leben zu verwurzeln. Aufgrund der persönlichen Begegnung mit Jesus Christus in Wort und Sakrament reift in Katechese und gemeinsamem Gebet das eigene Glaubenszeugnis ganz langsam heran. Der Freimut der Jünger/-innen Christi kennzeichnet heute viele junge Christen hier.
Kl. Sr. Maria in der Kooperative
Oft werden wir Zeuginnen für das Wirken des Heiligen Geistes inmitten unserer noch jungen Gemeinde. Das Licht des Evangeliums hilft uns dabei zu entdecken, was es zu tun gibt, um hier menschenwürdiger zu leben. So ist eine Kooperative entstanden, in der Frauen durch Stickereiarbeiten ihren Lebensunterhalt verdienen. Eine Kleine Schwester arbeitet dort ebenfalls.
Eine andere hat eine Anstellung in dem einzigen Zentrum Haitis für behinderte Menschen finden können. Wir Kleinen Schwestern empfangen oft selbst viel durch den Mut der Menschen, ihrer Vitalität inmitten so vieler schwieriger Situationen.
Wir verstehen es aber auch zu feiern. Das gemeinsame Fest gibt oft Gelegenheit, sich zu entspannen und einander besser kennen zu lernen. Hier in Haiti sind Feste Anlass, die Ziele neu zu stecken. Man hört einander zu, um dann im Fest Mut zum Neubeginn zu finden. Den haben wir angesichts der jüngsten politischen Ereignisse auch alle sehr nötig.


Ausführlicher Bericht (Word-Format)


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