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Nach
dem schweren Erdbeben, das Haiti am 12. Januar 2010 erschüttert hat, haben
die Kleinen Schwestern mit den Menschen in Port-au-Prince ausgehalten
und ihren Alltag geteilt.
Kl. Sr. Chantal konnte nun für einige Wochen nach Europa zurückkehren, um sich zu erholen und für die vielfältige Solidarität zu danken: |
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Bevor ich am Wochenende nach Haiti zurückkehre, möchte ich euch noch von diesen zehn Wochen in Europa erzählen und auch einige Nachrichten von Haiti weitergeben. Viele Menschen habe ich in diesen Wochen sehen können: in Frankreich, in Deutschland und in der Schweiz. Durch ihre Solidarität und ihr Interesse haben mir viele Mut gemacht. Mut, um in die immer noch komplexe und schwierige Situation zurückzukehren, mit Freude am Dienst, als Lebenszeugnis für das Evangelium. Ich konnte meine Familie besuchen, meine Mitschwestern wiedersehen, ihre Gemeinschaften in Frankreich besuchen, Anteil haben an ihren Aktivitäten, und all das zeigt mir: das Leben ist da mit all seiner Kraft, sicher ist es oft schmerzlich, aber doch auch so voller Kreativität und Lachen. Ja, ich habe lachen und mich erholen, die schöne Natur genießen, absichtslos Zeit mit Freunden verbringen, wandern können. |
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Wie erleichtert war ich auch, aus dem Strudel der Ereignisse herauszukommen:
nicht immer die sein, die in fast aussichtslosen Situationen um Lösungen
ringt, Problemberge bearbeitet im noch immer so komplexen Umfeld Haitis
nach dem Erdbeben. So gerät manches wieder ins Lot und ich bin dankbar
dafür.
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Am 12. Januar sind die Uhren in Haiti stehen geblieben, und nichts ist
mehr wie vorher. Viele sind auch wütend, weil nie von den Risiken eines
möglichen Erdbebens die Rede war – wo waren all die Spezialisten, die
es heute besser wissen, als alles mit Beton gebaut wurde ? Angesichts
der Tonnen von Geröll, die Familienangehörige, Nachbarn und alle öffentlichen
Institutionen unter sich begraben haben – wo war da Gott ?
Geliebte Menschen nicht begraben können, zu wissen, dass so viele allein unter unsäglichem Leid gestorben sind, all das liegt wie Blei auf den Menschen, wie ein Schrei, der nicht enden will. |
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Viele haben darin Kraft gefunden, sich mit den ausländischen Helfern um
die vielfältigen Bedürfnisse zu kümmern, so auch bei uns, wo Eltern
mit den italienischen Helfern den Schutt der Schule weggeräumt haben. |
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Die Fragen türmen sich übereinander: wo und wie neu bauen? Es gibt keine
Bodenexpertisen - wie erdbebensicher bauen ? Immer noch sind mehr als eine
Million Menschen in der Hauptstadt in so prekären Zeltstädten inmitten von
Müll und Abwässern. |
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| Für
die Kinder der Schule „La Fraternité“ in unserem Viertel, hat die Schule
dank der Zelte des italienischen technischen Hilfswerks recht bald nach
dem Erdbeben wieder beginnen können. Inzwischen konnten wir die Zelte durch
eine Stahlkonstruktion ersetzen, die nun 330 Schülerinnen und Schülern einen
überdachten Raum schafft. |
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Für 2011/2012
bereiten wir den Neubau der Kantine und der Aufenthalträume vor. Ohne
Ihre Hilfe hätten wir nie so schnell an den Wiederaufbau denken können.
Nun hoffen wir auf eine baldige Bauerlaubnis, wenn die neuen antisismischen
Gesetze für öffentliche Bauten verabschiedet sind. |
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