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(Artikel veröffentlicht in der Zeitschrift
"Mitten in der Welt",
Ausgabe Oktober 2011) |
| Roma, Zigeuner, Sinti,
Manusch - es gibt viele Namen, um dieses Volk mit seinen verschiedenen Gruppen
zu beschreiben. Sie sind die größte Minderheit Europas, oft verfolgt und
diskriminiert, vielen fremd. In den letzten Jahren wurden sie hier in Frankreich
(und wohl nicht nur hier!) immer mehr zum Sündenbock der Gesellschaft. Als
die französische Regierung im Sommer 2010 viele illegale Roma-Camps gewaltsam
auflöste und die Familien nach Rumänien auswies, stieß dies auf große öffentliche
Zustimmung. Wer aber sind diese Menschen? |
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| Eine Initiative der Caritas in der Diözese Seine-Saint-Denis (bei Paris) lud junge Menschen zur Begegnung mit Romafamilien ein: "Solidarische Ferien: nützlich sein, die Kultur der Roma entdecken, Familien begleiten, eine Vertrauensbeziehung aufbauen!" - so war das Projekt für Juli/August ausgeschrieben. Jeweils eine Woche ihrer Ferien verbrachten die jungen Menschen mit Romafamilien in verschiedenen Projekten hier in der Diözese. |
| Die Teilnehmenden, unter ihnen viele Studierende,
brachten ihre Neugierde und ihr Interesse mit, ihre Hilfsbereitschaft, aber
auch ihre Unsicherheit: Wer sind diese Roma? Kann ich wirklich in Kontakt
mit ihnen kommen? Verschiedene Aktivitäten in bestimmten "Roma-Dörfern" (Wiedereingliederungs-projekte, wo zwischen 70 und 120 Roma zusammenleben) ermöglichten, in Kontakt zu kommen: Spiele mit den Kindern, ein gemeinsamer Grillabend, Tanz und Musik, Ausflüge in die Umgebung. Das konkrete Miteinander in der Durchführung bot Gelegenheit, persönlich ins Gespräch zu kommen: beim Kochen und Vorbereiten (mit den Frauen) oder bei einem gemeinsamen Kaffee (unter Männern). "Die Roma" bekamen ein konkretes Gesicht, eine konkrete Lebens- und Familiengeschichte. |
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Die Teilnehmenden waren sehr zufrieden
mit den bereichernden Begegnungen mit den Romafamilien. Diese Tage ermöglichten
ihnen, sich wirklich auf dieses ganz andere Volk und seine Kultur einzulassen.
Zugleich entdeckten sie dabei, wie "anders" diese Menschen auch sind und
dass es gar nicht so einfach ist, dieses Trennende zu überwinden. "Wir
waren misstrauisch - die Roma gegenüber uns Fremden, und wir gegenüber
ihnen." Und zugleich die Einladung zu wirklicher Begegnung: über seine
eigenen Ideen hinausgehen; eine andere Art und Weise entdecken zusammenzuleben,
Mensch zu sein; nicht urteilen und sich verschließen, sondern sich öffnen,
kennen lernen, Begegnung wagen. |